VP12: Verbesserung des biologischen Pflanzenschutzes durch Banker Plant Systeme mit Begleitpflanzen

Kurz erklärt

Was?

Wir forschen an der Verbesserung des biologischen Pflanzenschutzes mit Hilfe von offenen Zucht-Systemen für Nützlinge. Dazu zählt der Anbau von Begleitpflanzen wie z.B. Duftsteinkraut, die im NocsPS-System erprobt und etabliert werden sollen, um die funktionelle Biodiversität zu erweitern und eine natürliche Regulierung von Blattlauspopulationen zu erzielen.

Warum?

Getreideblattläuse zählen zu den wichtigsten Schädlingen im Weizenanbau, da sie als Virusvektoren und bei hohem Befall zu Beeinträchtigungen der Kornausbildung und hohen Ertragsverlusten führen können.

Anbausysteme ohne die Anwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln sind in besonderer Weise auf die natürlichen Regelmechanismen im Pflanzenschutz angewiesen, die es durch ein günstiges Räuber-Beuteverhältnis gezielt zu fördern und zu unterstützen gilt.

Wie?

Um die funktionelle Biodiversität im NOcsPS-System zu stabilisieren, wird in der Kultur Weizen II in der Fahrspur mittig in der Parzelle ein Streifen Duftsteinkraut (Alyssum maritimum) angelegt. Durch die Bereitstellung von Alyssum als Nahrungsquelle (Pollen und Nektar) und Rückzugsraum, können sich die Überlebens- und Fortpflanzungschancen für verschiedene Nützlinge verbessern. Dazu gehören z. B. Marienkäfer,  Schwebfliegen, Florfliegen, Orius-Raubwanzen und Parasitoide.

Die Parzellen der Kultur Weizen I werden als Vergleichsparzellen ohne Blühstreifen bewirtschaftet. Anschließend erfolgen vergleichende Untersuchungen des Räuber-/Beuteverhältnisses von Blattläusen, der Effekte auf das Schadpotential der Blattläuse und die Biodiversität im Allgemeinen, um so die Auswirkungen der Bewirtschaftungsintensität und der Blühstreifen aufzeigen. 

Institut für Strategien und Folgenabschätzung

Stahnsdorfer Damm 81
14532 Kleinmachnow

in Planung

 

 

 

 

 

 

 


Teilprojektteam

Prof. Dr. Stefan Kühne
Teilprojekt Leiter

Prof. Dr. Stefan Kühne

Dr. Sandra Krengel
Postdoc

Dr. Sandra Krengel


Die intensive Landbewirtschaftung mit hohem Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz ermöglicht hohe Bestandesdichten mit hohen Erträgen. Dies lässt jedoch wenig bis keinen Raum für die Artenvielfalt auf der Nutzfläche (u.a. Krauss et.al. 2011).

Blühstreifen aus verschiedenen ein- und mehrjährigen Ackerwildkräutern werden in der Regel als Randstreifen zur Förderung der allgemeinen und funktionellen Biodiversität genutzt (Luka et. al. 2021). Alyssum-Duftsteinkraut ist bekannt für die Förderung des biologischen Pflanzenschutzes (Tiwari et. al. 2020, Ribeiro 2017) und wird in verschiedenen Kultursystemen erprobt.

Anbausysteme ohne die Anwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln im Freiland sind in besonderer Weise auf die natürlichen Regelmechanismen im Pflanzenschutz angewiesen, die gezielt gefördert und unterstützt werden können. Dazu zählen Offene Zucht-Systeme (Banker Plant Systems) von Nützlingen mit z. B. Duftsteinkraut (Alyssum maritimum), die im NocsPS-System erprobt und etabliert werden sollen. Durch die Bereitstellung von Alyssum als Nahrungsquelle (Pollen und Nektar) und Rückzugsraum, können sich die Überlebens- und Fortpflanzungschancen für verschiedene Nützlinge verbessern. Dazu gehören z. B. Orius-Raubwanzen, Schwebfliegen, Florfliegen und Parasitoide. Neben vergleichenden Untersuchungen des Räuber-Beuteverhältnisses von Blattläusen wird die Insektenbiodiversität im Allgemeinen vergleichend zwischen den Anbausystemen im Weizen untersucht. Insbesondere Wildbienen können von den Alyssum-Streifen profitieren und können das System NocsPS als Teillebensraum nutzen.

Arbeitshypothesen:

  • NOcsPS ermöglicht in Winterweizen hohe und stabile Erträge bei gleichzeitigem Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel und führt zu vergleichsweise höheren Biodiversitätsleistungen.
  • Alyssum-Streifen erhöhen im NocsPS-System die funktionelle Biodiversität und tragen zur erfolgreichen natürlichen Regulierung von Blattlauspopulationen bei und fördern Wildbienen.
  • Durch Reduktion der Düngung (Weizen) in Kombination mit Alyssum-Streifen sind die höchsten Wirkungen bei der natürlichen Schädlingsregulierung und auf die Biodiversität zu erwarten.

Neben den wöchentlichen Keschereinheitsfängen ab Anfang Mai, werden ab BBCH 63 (Blüte) bis 77 (Milchreife) Schädlinge (Blattläuse mit saugender Schadwirkung) und Nützlinge an der Weizenpflanze bonitiert. Hierzu werden 50 hintereinanderliegende Halme visuell kontrolliert und gezählt. Die Anwendung von Gelbschalen und Bodenphotoeklektoren ermöglicht weiterführende Biodiversitätsuntersuchungen. In der Kultur Erbse beschränken sich die Untersuchungen auf Zählungen der Erbsenblattläuse und ihrer Gegenspieler an den Pflanzen im relevanten Befallszeitraum und ermöglichen Aussagen zum Einfluss des Bewirtschaftungssystems auf das Räuber-/Beuteverhältnis und damit auf die funktionelle Biodiversität.

Die Populationsdynamik der Blattläuse ist neben der Witterung und der Bewirtschaftungsmethode auch abhängig von dem Gegenspielerpotential. Das Auftreten von blattlausfressenden Artengruppen wie Schwebfliegen, Florfliegen und Marienkäfern ist an die Verfügbarkeit von Wirts- bzw. Beutearten geknüpft. Ihre Abundanz und ihr Auftreten sind wichtige Indikatoren für das natürliche Potential zur Schädlingsregulierung.

Für die Bewertung des NOcsPS-Anbausystems sollen folgende Ergebnisse erzeilt werden:

  • Integration von Alyssum-Steinkraut in das NocsPS-Weizenanbausystem
  • Stärkung der funktionellen und allgemeinen Biodiversität im NocsPS-Anbausystem von Weizen und Erbse
  • Gezielte Förderung von Blattlausgegenspieler und Wildbienen im NocsPS-Anbausystem