VP1: Versuchsaufbau und Versuchsbegleitung von NOcsPS- Anbausystemen

Kurz erklärt

Was?

Unsere Verantwortung liegt in der Organisation und Koordination der NOcsPS 2.0 Anbauversuche, die auf dem Standort Hohenheim der Versuchsstation Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim und auf dem gartenbaulichen Versuchsbetrieb der Staatsschule für Gartenbau in Baden-Württemberg, sowie auf der Versuchsstation Dahnsdorf des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Brandenburg durchgeführt werden.

Warum?

Für eine Weiterentwicklung und Anpassung der NOcsPS 2.0 Anbausysteme, bei dem weiterhin der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel im Mittelpunkt steht, bedarf es einer aufeinander abgestimmten Prüfung und Bewertung weiterer geplanter Zielsetzungen. Dazu erfolgt eine Auswahl und Kombination von Anbaumaßnahmen mit dem Ziel, ein möglichst nachhaltiges Anbausystem mit einem hohen Maß an Ökosystemleistungen zu erreichen. Mit der zweiten Förderphase soll auf die bereits vorliegenden Daten aus den ersten vier Jahren aufgebaut und Optimierungen vorgenommen werden.

Wie?

Wir sind Ansprechpartner für die weiteren Verbundpartner, unterstützen diese bei der Durchführung der Feldexperimente, bei der Überwachung der Versuche und bei der Sammlung von Daten zum Vergleich der NOcsPS 2.0 Anbausysteme mit der ökologischen und konventionellen Landwirtschaft.

Laufzeit: 01.01.2025 - 31.12.2025



Durch die System -und Exaktversuche mit Ackerkulturen an den Standorten Heidfeldhof (Hohenheim) und Dahnsdorf (JKI), konnten in den fünf Erntejahren von 2020 bis 2024 erste Ergebnisse gewonnen werden. Für Sonderkulturen aus dem Gemüsebau auf den Versuchsflächen der SfG liegen nach zwei Versuchsjahren noch keine ausreichend belastbaren Ergebnisse vor. Um Tendenzen mit Blick auf Krankheiten, mehrjährige Unkräuter, Trockenstress und Düngung zu ermitteln bedarf es weiterer Forschung.

Aus Förderperiode 1 übernommen, stellen die Versuchsanstellungen die experimentelle Grundlage für den Gesamtverbund dar. Die Systemversuche an den Standorten Heidfeldhof und Dahnsdorf, sowie die Begleit- bzw. Ergänzungsversuche, werden unter Berücksichtigung der bisherigen Erkenntnisse und den sich daraus abzuleitenden Anpassungen weitergeführt. Nur so können optimierte NOcsPS 2.0 Anbausysteme entwickelt, geprüft und langfristige Effekte abgebildet werden.

Das Ziel aller Verbundpartner mit den Versuchsanstellungen ist es, die Grundlage für eine umfassende ökologische, ökonomische und soziologische Analyse der NOcsPS-Anbausysteme bereitzustellen. Ein weiteres Ziel der Weiterführung ist die Bedeutung der Standortfaktoren auf die verschiedenen Anbausysteme zu analysieren. Hierzu werden von den Versuchsstationen selbst Daten in den Bereichen Ertragsmessung, Bodenanalysen (Grundnährstoffe, Mikronährstoffe, pH-Wert, Nmin-Werte und Rückstände von ausgesuchten Wirkstoffen einzelner Pflanzenschutzmittel) sowie Unkraut-, Schädlings- und Krankheitsdruck erhoben.

Die praktische und technische Umsetzbarkeit eines NOcsPS-Anbausystems im landwirtschaftlichen Betrieb soll durch die Umstellung des ganzen Betriebsteils Meiereihof der Versuchsstation Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim überprüft werden.

Unter Berücksichtigung der bereits erfassten und vorliegenden Erkenntnisse sind Anpassungen, erweiterte Untersuchungen und Datenerhebungen der NOcsPS-Anbausysteme an beiden Standorten vorgesehen. Diese umfassen in Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern, Themenbereiche der Düngung und Bodenfruchtbarkeit (VP 2, 3, 4), des Pflanzengesundheitsmanagements (VP 5, 6, 7), der Biodiversität (VP 8, 9, 10, 11, 12) und der Systemmodellierung im Pflanzenbau (VP 13, 14). Weiter werden die Nachhaltigkeitsbewertung (VP 15, 16), das Marktpotential und die Umsetzungsstrategien (VP 17, 18) erforscht.

Zur Datenerhebung erfolgen parzellenspezifische Ertragsermittlungen, Bonituren, Pflanzenanalysen sowie Bodenproben und Rückstandsanalysen.

Die Ergebnisse der durchgeführten Versuche sollen als praxistaugliche Lösungen für die Umsetzung eines NOcsPS-Anbausystems auf landwirtschaftlichen Betrieben genutzt werden.